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Praxistest: Woran erkenne ich ein gutes Olivenöl?

Wer Olivenöl kauft und in der Küche verwendet, sollte ein paar Dinge beachten. Wir haben vier Olivenöle getestet und zeigen, wie man gutes Olivenöl erkennt. Außerdem geben wir Antworten auf Fragen wie: Darf ich Olivenöl braten und wie gesund ist es eigentlich wirklich?

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Inhaltsverzeichnis
Vier verschiedene Olivenöle

© Philipp Ledényi

Olivenöl ist nicht nur in der mediterranen Küche ein beliebter Begleiter, sondern erfreut sich auch weltweit großer Beliebtheit. In Deutschland liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei knapp einem Liter, doch die Griechen konsumieren mit 12,8 Litern pro Kopf deutlich mehr Olivenöl als hierzulande. Auch die Spanier (11,4 Liter) und Italiener (10,5 Liter) sind große Liebhaber des flüssigen Goldes.

500.000 T
Jahresverbrauch je in Spanien & Italien*
12,8 L
Pro-Kopf-Verbrauch in Griechenland*
1 L
Pro-Kopf-Verbrauch Olivenöl in Deutschland*
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   *Verbrauch in Tonnen bzw. Liter pro Jahr

Um die enorme Nachfrage zu stillen, werden weltweit tonnenweise Olivenöl produziert. Für das Erntejahr 2023/24 prognostizierte das United States Department of Agriculture (USDA) eine Produktionsmenge von 2,1 Millionen Tonnen – und das allein für die Europäische Union.

Olivenöl aus Spanien macht dabei den Großteil des weltweit produzierten Olivenöls aus. Der Produktionsanteil liegt bei über 60 Prozent. Gefolgt von Italien mit 15 Prozent, Griechenland mit 13 Prozent und Portugal mit 5 Prozent, die im Jahr 2020 zusammen über zwei Millionen Tonnen produzierten.

Bei so viel Auswahl an Öl fragt man sich unweigerlich: Woher kommt das beste Olivenöl? Was muss ich beim Kauf beachten? Wie erkenne ich eine gute Qualität? Und was bedeuten eigentlich Begriffe wie „natives Olivenöl extra“ oder „Olivenöl extra vergine“? Diese Fragen beantwortet dieser Artikel und das Praxistest-Video. Außerdem zeigen wir, wie gesund Olivenöl ist, ob es sich zum Braten eignet und welchen Effekt das flüssige Gold für Haut und Haare hat.

Hochwertiges Olivenöl kaufen

Herkunft und Ernte

Der Markt für Olivenöl ist groß und vielfältig. Es gibt unzählige Marken und Sorten Olivenöl im Angebot. Neben bekannten Marken wie Bertolli Olivenöl und Terra Creta Olivenöl, bieten auch viele Discounter und Supermärkte, wie Edeka, Rewe, dm, Aldi und Lidl unter anderem Olivenöl aus Griechenland (überwiegend Kreta), aus Italien oder auch aus Kroatien an.

Ähnlich wie bei Wein bestimmt das Anbaugebiet und Erntejahr den charakteristischen Geschmack des Öls. Maßgeblich sind die geschmacklichen Besonderheiten der ausgewählten Olivensorten ebenso wie die unterschiedlichen – grundsätzlich sonnig, warm und trockenen – Mikroklimas der Anbauregionen. Allein im italienischen Produktionsraum lassen sich etwa diese verschiedenen, regional spezifischen Geschmacksprägungen feststellen:

Olivenöl aus Apulien

kräftig, fruchtig, leicht süß

Olivenöl aus Ligurien

fein, delikat, aber nicht zu kräftig

Olivenöl aus Latium

leicht, fein

Olivenöl vom Gardasee

fein, delikat, aber nicht zu kräftig

Olivenöl aus Sizilien

kräftig, fruchtig, leicht süß

Olivenöl aus der Toskana

pikant, fruchtig, leicht herbe Note

Olivenöl aus Umbrien

pikant, fruchtig, leicht herbe Note

Die Produktion erfordert Geduld und sorgfältige Baumpflege, denn erst nach etwa 40 Jahren kann ein Olivenbaum genug Oliven produzieren, um einen Fünf Liter Olivenöl Kanister herzustellen. Mit jedem Jahr werden die Bäume zwar ertragreicher, doch nur im zweijährigen Turnus kann eine gute Ernte eingefahren werden. Dann sind eine sorgfältige Ernte und idealerweise eine Handpflückung der Oliven entscheidend für ein hochwertiges Olivenöl, um einen frühzeitigen Oxidationsprozess zu vermeiden. Dieser Alterungsprozess setzt sich in Kraft, sobald die Olive beschädigt wird. Die Erntemethode per Hand verursacht die geringsten Schäden an der Olive und lässt sie langsamer oxidieren. Diese aufwendigen Schritte machen bis zu 80 Prozent der Kosten aus, die sich im höheren Preis des Olivenöls widerspiegeln.  

Qualität

Auf dem Etikett einer handelsüblichen Olivenöl-Flasche findet man oft den Begriff „Extra nativ“ oder „Extra vergine“. Nativ bedeutet naturbelassen und extra hohe Qualität. Diese Güteklassen sind ein Hinweis darauf, dass das Öl ausschließlich mechanisch und damit schonend und ohne Zufuhr von Wärme oder chemischen Substanzen verarbeitet wurde. Mit dieser Methode wird gewährleistet, dass die gesunden Inhaltsstoffe der Oliven im Öl enthalten bleiben. Die Auszeichnung „Olivenöl kalt gepresst“, die man ebenso häufig findet, bedeutet also, dass Oliven im Pressvorgang nicht über 27 Grad Celsius erhitzt worden sind.

Ein raffiniertes Olivenöl hingegen entsteht unter Einsatz von Hitze und Lösungsmittel wie Hexan oder Leichtbenzin. Anschließend wird das Öl gereinigt, also raffiniert. Durch die starke Hitze und intensive Weiterverarbeitung werden Vitamine entfernt und der Geschmack verändert sich. Das Ergebnis ist also ein weniger qualitatives Olivenöl.

Oftmals liest man in den Medien, dass der Verbraucher hier getäuscht wird, indem höchste Qualität auf dem Etikett beworben wird, es sich aber tatsächlich um Ölmischungen aus Oliven- und anderen Pflanzenölen handelt. Auch die breite Palette an unterschiedlichen Ernten und deren Zusammensetzungen kann die Wahl eines guten Olivenöls erschweren. So gibt es Öle aus einer einzigen Ernte, Öle aus Blends, also bestehend aus einer Mischung mehrere Ernten, sowie Bio Olivenöle aus reinen Bio-Ernten im Angebot.

Es gibt jedoch einige Tipps und Tricks, um die variierende Qualität von Olivenöl im Test selbst zu bestimmen, wie dieses Video zeigt.

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Praxistest: Wie erkenne ich gutes Olivenöl? (VIDEO)

Woran erkenne ich gutes Olivenöl?

Wie das Praxistest-Video zeigt: Es gibt einige Dinge, die man beim Kauf eines Olivenöls beachten muss. Mithilfe eines eigenen Olivenöl-Tests kommt man seinem persönlichen Testsieger am nächsten. Mit diesen drei Kriterien lässt sich gutes und damit auch gesundes Olivenöl erkennen:

1. Sensorische Eigenschaften

Duft und Geschmack sind entscheidend für die Qualität eines Olivenöls. Gutes Olivenöl sollte angenehm riechen und schmecken, etwa wie Gras, Kräuter, Zitrone oder Oliven. Ausschlaggebend ist allerdings der Geschmack: Er kann fruchtig, bitter und scharf sein. Ein anhaltendes Aroma im Mund sowie Schärfe und Bitterkeit deuten auf eine gute Qualität hin. Vor allem der bittere Geschmack des Olivenöls ist Indikator dafür, ob es sich um ein hochwertiges Olivenöl handelt. Bitterkeit und Schärfe entstehen durch Polyphenole (Oleocanthal und Oleuropein), die eine medizinische Wirkung im Körper haben. Je mehr davon im Olivenöl vorhanden sind, umso bitterer der Geschmack und umso höher die gesundheitliche Wirkung und die Qualität des Olivenöls. LINK ZU ÜBERSCHRIFT

2. Preis

Qualität hat ihren Preis, daher sollte das Olivenöl nicht zu günstig sein. Ein hochwertiges Olivenöl hat seinen Preis: Unter zehn Euro pro Liter bekommt man in der Regel keine gute Qualität. Gründe dafür sind unter anderem die langjährige Baumpflege bis zur ersten Ernte oder die aufwendige Ernte per Hand.

3. Etikett

Hier gilt grundsätzlich: Je mehr Informationen auf dem Etikett stehen, desto besser. Angaben wie Erntejahr, Olivensorte und Anbaugebiet oder Region sind entscheidend. Diese Informationen zeigen, dass der Hersteller Wert auf Transparenz und Qualität legt, und das kann ein Hinweis auf ein qualitativ starkes Olivenöl sein.

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Gesundheitliche Vorteile von Olivenöl

Olivenöl besteht mit circa 70 Prozent hauptsächlich aus einfach ungesättigten Fettsäuren namens Ölsäure (Omega-9-Fettsäure), die im Vergleich zu gesättigten Fettsäuren gesünder für den Körper sind. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure und die Omega-3-Fettsäuren machen nur einen geringen Teil aus (siehe Nährwerttabelle). Der regelmäßige Konsum von Olivenöl kann dazu beitragen, einen normalen Cholesterinspiegel im Blut aufrechtzuerhalten und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Ferner enthält Olivenöl verschiedene Phytochemikalien – natürliche Verbindungen, die Pflanzen produzieren, um sich vor äußeren Einflüssen zu schützen. Diese Phytochemikalien haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften, die zur Gesundheit beitragen können. Einige der wichtigsten Phytochemikalien in Olivenöl sind Oleuropein und Oleocanthal. Oleuropein hat einen bitteren Geschmack, während Oleocanthal ein pfeffriges Aroma hat. Diese Verbindungen können zum Beispiel dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu reduzieren und das Risiko von chronischen Krankheiten wie Krebs und Alzheimer zu verringern.

Olivenöl ist gesund. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es aufgrund seines hohen Fettgehalts in Maßen genossen werden sollte, um eine ausgewogene Ernährung beizubehalten. Denn ein Esslöffel Olivenöl enthält etwa 120 Kalorien. Für die positive Wirkung reicht also aus, Olivenöl zum Kochen / für Salate zu verwenden, man muss es nicht unbedingt täglich trinken, wie einige Ratgeber empfehlen.

Olivenöl Nährwerte

Nährwerte 

 

Durchschnittswerte für 100 ml

Energie

3404 KJ / 828 Kcal

Fette

92 g

davon:           Gesättigte Fettsäuren

14 g

                     Einfach ungesättigte Fettsäuren

69 g

                     Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

9 g

Einige gesunde Inhaltsstoffe des Olivenöls, wie die einfach ungesättigten Fettsäuren, finden sich übrigens auch in anderen Lebensmitteln wie Avocados, Geflügelfleisch und verschiedenen Nüssen. Olivenöl ist also nicht die einzige Quelle für diese gesunden Fettsäuren, eignet sich aber für die Zubereitung verschiedenster Gerichte.

Produkttesterin probiert verschiedene Olivenöle

© Philipp Ledényi

Tipps zum Kochen mit Olivenöl

Um die gesunden Inhaltsstoffe zu erhalten, sollte Olivenöl nicht zu rauchen beginnen, wenn man es zum Braten benutzt. Es lässt sich bedenkenlos bis zu seinem Rauchpunkt bei etwa 180 Grad Celsius erhitzen. Bei einer Kochtemperatur darüber hinaus werden nicht nur gesunde Inhaltsstoffe reduziert, sondern möglicherweise sogar schädliche Stoffe freigesetzt. Besonders aromatisch wie klassisch mediterran ist die Kombination von Olivenöl mit Knoblauch. Mit seinen vielseitigen Aromen eignet es sich aber auch für Salat, zum Backen, Schmoren oder zum Braten.

Es kann eine wertvolle Ergänzung in der Küche sein und dabei helfen, gesunde Mahlzeiten zuzubereiten. Hier sind einige Tipps, wie Olivenöl Gerichte verfeinern kann:

1. Braten: Braten mit Olivenöl eignet sich am besten bei mittlerer Hitze. Es hat einen hohen Rauchpunkt, was bedeutet, dass es erst bei höheren Temperaturen zu rauchen beginnt.

2. Backen: Olivenöl kann auch zum Backen verwendet werden. Es verleiht Backwaren einen leicht fruchtigen Geschmack.

3. Schmoren: Olivenöl eignet sich hervorragend zum Schmoren von Fleisch, Fisch und Gemüse. Es verleiht den Gerichten einen intensiven Geschmack und hält sie saftig und zart.

4. Kalt genießen: Am besten eignet sich kaltes Olivenöl, um Salate zu verfeinern oder einfach gesalzen zum Brot.

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Weitere Verwendungsmöglichkeiten von Olivenöl

Neben den kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten findet Olivenöl auch bei der Haar- und Hautpflege und sogar für Haustiere Anwendung.

Für die Haare und Kopfhaut: Olivenöl kann als Haarkur verwendet werden, um trockenes und strapaziertes Haar zu pflegen. Einfach ins Haar einmassieren, einwirken lassen und nach einiger Zeit gründlich ausspülen.

- Für die Haut: Olivenöl kann auch zur Pflege der Haut, wie für das Gesicht, verwendet werden. Es spendet Feuchtigkeit, beruhigt trockene Haut und kann bei regelmäßiger Anwendung zu einem geschmeidigen Hautbild beitragen.

- Für Haustiere: Olivenöl kann auch bei Haustieren wie Hunden verwendet werden. Es kann dazu beitragen, das Fell zu pflegen und die Haut zu beruhigen. Es ist jedoch wichtig, vor der Anwendung die richtige Menge und Art des Olivenöls für das jeweilige Tier zu berücksichtigen. In Ergänzung zum Futter wird empfohlen, ein mildes Olivenöl alle 3 bis 4 Tage unter das Futter zu mischen. In Absprache mit dem Tierarzt lässt sich die beste Wirkung durch eine angemessene Zugabe erzielen.

- In Seifen: Olivenöl ist auch ein häufiger Bestandteil von Naturseifen. Es kann dazu beitragen, die Haut sanft zu reinigen und mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Aufbewahrung, Haltbarkeit und Alternativen

Olivenöl sollte am besten dunkel und kühl gelagert werden, jedoch nicht im Kühlschrank. Dort kann es zu einer Flockenbildung kommen und es kann dann schlecht und ungenießbar werden. Geschützt vor Licht und Hitze, kann das Olivenöl seine Qualität und Geschmack länger beibehalten. Die Haltbarkeit von Olivenöl beträgt in der Regel etwa ein Jahr, es kann jedoch je nach Qualität und Lagerbedingungen variieren. Abgelaufenes Olivenöl muss nicht unbedingt entsorgt werden – solange es noch genießbar ist, darf man es weiterverwenden.

Hinweis der Redaktion: Im Sinne einer besseren Lesbarkeit unserer Artikel verwenden wir kontextbezogen jeweils die männliche oder die weibliche Form. Sprache ist nicht neutral, nicht universal und nicht objektiv. Das ist uns bewusst. Die verkürzte Sprachform hat also ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Jede Person – unabhängig vom Geschlecht – darf und soll sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

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