
© Philipp Ledényi
Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich großer Beliebtheit. Mehr Leistungsfähigkeit, bessere Stimmung, ein stärkeres Immunsystem, höherer Energiestoffwechsel, schönere Haare und Nägel – Anbieter von Nahrungsergänzungsmittel versprechen all diese Dinge, wenn man täglich eine Tagesration zu sich nimmt. Die Frage, die sich stellt: Brauchen wir diese Extraportion Vitamine und Nährstoffe oder können wir sie auch über die Nahrung aufnehmen? Und wenn ja: Wie viel benötigen wir davon?
Die DEUTSCHLAND TEST-Redaktion hat sich dem Thema angenommen und untersucht drei verschiedene Produkte in Bezug auf:
- Inhaltsstoffe
- Preis
- Geschmack
- Langzeitwirkung
Praxistest: Nahrungsergänzungsmittel (VIDEO)
Braucht der Körper Nahrungsergänzung?
Die Frage, ob der Körper zusätzlich zur täglichen Nahrungsaufnahme Vitamine und Mineralstoffe benötigt, muss man sich stellen, bevor man viel Geld für so ein Produkt ausgibt. Natürlich gehen die Meinungen hier auseinander: Die einen sagen, man würde mithilfe solcher Pulver lediglich teuren Urin produzieren, da man eigentlich alle Nährstoffe über die Nahrung bekommt. Andere wiederum argumentieren damit, dass gerade für Menschen,
- die sich vegan ernähren,
- Stress im Job haben,
- viel Sport machen
- und wenig Zeit zum Kochen haben,
einen Extra-Bedarf im Körper hervorrufen, der nicht über die Nahrung abgedeckt werden kann. Ein Pulver könne diesen Mangel also ausgleichen.
Echte Mangelerscheinungen sind in Deutschland dem Robert Koch-Institut zufolge eher selten – das heißt, die Menschen sind grundsätzlich hierzulande gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.
Allerdings geht man hier von einem Normalzustand aus. Es gibt aber für einige Menschen auch Zeiten, in denen sie etwa weniger ausgewogen essen, etwas mehr Sport machen oder zu viel Alkohol trinken und sich daher etwas schlapper fühlen. In dem Fall kann ein Mangel entstehen. Ob in solchen Zeiten ein Nahrungsergänzungsmittel den nötigen Kick gibt, erfahrt ihr im Praxistest-Video.
Nahrungsergänzungsmittel: die Produkte
Im Rahmen des Praxistests wurden drei hochwertige Nahrungsergänzungspulver untersucht, die auf dem Markt immer mehr Beachtung finden. Jedes Produkt wurde hinsichtlich seiner Inhaltsstoffe, seiner Wirkung und seiner Qualität bewertet.
1. AG1 Athletic Greens
AG1 Athletic Greens ist ein beliebtes Nahrungsergänzungspulver, das von vielen Fitnessbegeisterten und Gesundheitsbewussten geschätzt wird. Das Pulver enthält eine Vielzahl von Nährstoffen, darunter Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K2, B-Vitamine, Probiotika, Enzyme und verschiedene Pflanzenextrakte. Die Zusammensetzung zielt darauf ab, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und das Immunsystem zu stärken.
2. Doc Weingart Reset
Doc Weingart Reset ist ein Nahrungsergänzungspulver, das darauf abzielt, den Körper mit essenziellen Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien zu versorgen. Die Formel wurde entwickelt, um den Körper bei der Regeneration zu unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält Doc Weingart Reset auch spezielle Pflanzenextrakte und Aminosäuren, die dazu beitragen können, den Körper zu revitalisieren und seine natürlichen Abwehrkräfte zu stärken.
3. Primal Greens von Primal Harvest
Primal Greens von Primal Harvest ist ein Nahrungsergänzungspulver, das aus einer Mischung von Superfoods und grünen Pflanzenextrakten hergestellt wird. Die Formel enthält eine Vielzahl von Nährstoffen, darunter Vitamin A, Vitamin C, Vitamin K, Eisen, Kalzium und Magnesium. Primal Greens wurde entwickelt, um den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und gleichzeitig seine natürliche Energie und Vitalität zu unterstützen.
Nahrungsergänzungsmittel: Inhaltsstoffe
Das entscheidende Kriterium bei Nahrungsergänzungsmitteln sind die Inhaltsstoffe. Zur Orientierung diente im Test der Referenzwert für die Nährstoffzufuhr eines durchschnittlichen Erwachsenen. Die sogenannten Nutritional Reference Values (NRV) sind Richtwerte für die Menge an Nährstoffen, die eine gesunde erwachsene Person durch die Nahrung aufnehmen sollte, um seinen Bedarf zu decken. Diese Werte basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und dienen als Leitfaden für die Ernährung und die Kennzeichnung von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln.
Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) legt diese NRV-Werte für verschiedene Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und andere wichtige Nährstoffe fest, was Verbrauchern ermöglicht, die Nährstoffgehalte von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln besser zu verstehen und zu vergleichen. Wenn ein Produkt etwa einen hohen Anteil eines bestimmten Nährstoffs im Vergleich zum NRV aufweist, kann dies darauf hinweisen, dass es einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des täglichen Bedarfs dieses Nährstoffs leisten kann.
Im Rahmen unseres Tests haben wir die Mengen pro Anwendung pro Tag der untersuchten Nahrungsergänzungspulver – AG1 Athletic Greens, Doc Weingart Reset und Primal Greens von Primal Harvest – mit den entsprechenden NRV-Referenzwerten vergleichen, um Aufschluss darüber zu geben, wie diese Produkte zu den empfohlenen Nährstoffmengen stehen und wie sie dazu beitragen können, die Ernährungsbedürfnisse zu decken.
Das Ergebnis:
- AG1: Das AG1-Pulver hat teilweise extrem hohe Werte an vorhandenen Vitaminen und Mineralstoffen, weit über 100 Prozent. Beispiele sind Vitamin E (558 %), Vitamin B1 (273 %), Vitamin B6 (214 %), Biotin (660 %) und Vitamin B12 (880 %). Wohingegen das wichtige Vitamin D3 und Magnesium in dem Pulver fehlen.
- Doc Weingart: Das Reset von Doc Weingart richtet sich mit den Vitaminen und Mineralstoffen überwiegend an den Referenzwerten. Beispiele sind Vitamin A (103 %), Vitamin C (125 %), Vitamin B1 (101 %). Es fehlen Phosphor, Kupfer und Kalium; Folsäure ist mit 450 % der Referenzmenge vertreten.
- Primal Greens: Die meisten Vitamine und Mineralstoffe sind aufgeführt, allerdings in extrem niedrigen Mengen: Vitamin E (2 %), Vitamin B1 (1 %), Folsäure (6 %), Vitamin D3 (20 %). Beim Vitamin B12 sind es immerhin 40 Prozent.

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Nahrungsergänzungsmittel: Preis
Der Test vergleicht den Preis Pro Anwendung im Einzelkauf, da das die empfohlenen Mengenangaben der Hersteller sind. Da sich die Preise im Abo aber erheblich unterscheiden, zeigt die Tabelle die unterschiedlichen Preisvarianten:

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Vergleicht man den Preis pro Anwendung im Einzelkauf, inklusive Versand – liegt er beim AG 1 bei 3,57 EUR, das Doc kostet 2,74 EUR und das Primal Harvest bei 1,80 EUR. Preissieger wäre damit das dritte Produkt – berücksichtigt man allerdings die geringeren Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen wie z.B. beim Primal Harvest relativiert sich der günstige Preis. Das Preis-Fazit: Zwar ist Primal Harvest das vermeintlich günstigere Produkt – aber AG1 schlägt den Preis, weil die Menge an allen Inhaltsstoffen um ein Vielfaches höher ist.
Nahrungsergänzungsmittel: Geschmack
Geschmacklich ähneln sich die beiden grünen Produkte von AG1 und Primal Harvest. Sie schmecken sehr gesund, wobei das Primal Greens am süßesten schmeckt. Das Reset von Doc Weingart hingegen hat eine leichte Maracuja-Note und schmeckt eher neutral, nicht sonderlich süß. Überraschenderweise unterscheiden sich die drei Getränke hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts. So hat das AG1 am meisten Kalorien (417 kcal) im Vergleich zu, Doc Weingart (352 kcal) und dem Primal Greens (253 kcal) auf 100 Gramm Pulver. Am meisten Zucker hat jedoch das Reset von Doc Weingart mit 17,4 Gramm, während das Primal Greens nur 2,54 Gramm Zucker enthält.
Allerdings muss man berücksichtigen, dass sich die Mengen auf 100 Gramm beziehen und somit die Tagesdosis teilweise nur ein Zehntel (Primal Greens) oder ein Fünftel (Doc Weingart) ausmachen.

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Fazit: Favoriten und Tipps
Fazit:
Testsieger der Redaktion ist das Reset von Doc Weingart, weil das Pulver Inhaltsstoffe hat, die beispielsweise das AG1 nicht hat bzw. das Primal Greens nur in ganz geringen Mengen. Zu nennen ist hier etwa Magnesium, das man vor allem als Sportler benötigt oder Vitamin D, welches nur schwer über die Nahrung aufgenommen werden kann. Außerdem ist die Handhabung leichter, da sich die Mengen an den Referenzwerten orientieren und somit keine Gefahr der Überdosierung besteht. Der Geschmack ist angenehm und nicht zu süß, der Preis ist im mittleren Bereich und okay. Bestellt man das Produkt im Abo, ist es nur geringfügig günstiger, da bei jeder Zusendung Versandkosten anfallen. Minuspunkte gibt es lediglich bei den Nährwerten: Das Pulver hat von allen Dreien am meisten Zucker - fast siebenmal so viel, wie das Primal Greens.
An zweiter Stelle steht das AG1 von Athletic Greens, weil das Pulver hohe Mengen an wichtigen Vitaminen und Nährstoffen hat. Es ist zwar auch mit Abstand das teuerste Produkt, aber die Mengen lassen sich einfach herunterdosieren, indem man nur die Hälfte der empfohlenen Tagesration zu sich nimmt und / oder nicht jeden Tag das Pulver einnimmt. Im Langzeittest performte das AG 1 ebenfalls sehr gut: Die Testperson hatte Gefühl, dass es besonders hilft gegen Schlappheit (bei zu viel Alkoholkonsum oder übermäßigem Sport) und gegen Haarausfall. Ein paar Abzüge gibt es beim Geschmack, er erinnert an einen Energy Drink und ist gut trinkbar. Weiterhin schlägt es mit 417 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche, was mit Blick auf eine herunterdosierte Tagesration aber im Rahmen liegt.
Verlierer aus Redaktionssicht ist der Letztplatzierte Primal Greens von Primal Harvest, da er mit den geringen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen mit Abstand nicht an seine Konkurrenten herankommt. Da bringt auch der günstigste Preis nichts, da man die Tagesdosis des Präparats um ein Vielfaches erhöhen müsste. Geschmacklich war es der Testperson zu süß, was aber Geschmackssache ist. Mit wenig Zucker (2,54 Gramm) und am wenigsten Kalorien (253 kcal) schlägt es die anderen Produkte in puncto Nährwerte.
Tipps bei der Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln:
- Tipp #1: Man sollte sich vorher überlegen, was der eigene Körper besonders benötigt und welchen Bedarf der Lebensstil hervorruft: Bei viel Sport benötigt man mehr Magnesium? Wer Stress im Job hat, hat einen höheren Bedarf an Zink, Selen, Kupfer und Kalium. Ist die Ernährung vegan oder vegetarisch, sollte man sich informieren, welcher Mangel entstehen kann. Die Tabelle zeigt, welche Vitamine und Mineralstoffe für was gut sind und in welchen Lebensmitteln sie stecken.
- Tipp #2: Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine ausgewogene Ernährung und man muss es auch nicht jeden Tag nehmen! Aber in Zeiten, in denen der Körper aufgrund der oben genannten Umstände im Notfallmodus ist, lässt sich mit Nahrungsergänzung nachhelfen. Wichtig ist dann, ganz individuell nach den eigenen Bedürfnissen zu dosieren.
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Vitamine und Mineralstoffe: Was bewirken sie im Körper?
Immun- system |
Energie- stoffwechsel |
Schutz vor oxidativen Stress |
Geistige Leistung |
Knochen- erhalt |
Herz- funktion |
|
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Vitamin A | ✅ | |||||
Vitamin C | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ | ||
Vitamin B1 (Thiamin) | ✅ | ✅ | ||||
Vitamin B2 (Ribloflavin) | ✅ | ✅ | ✅ | |||
Vitamin B3 (Niacin) | ✅ | ✅ | ||||
Vitamin B6 | ✅ | ✅ | ✅ | |||
Folsäure (B9) | ✅ | ✅ | ||||
Vitamin B12 | ✅ | ✅ | ✅ | |||
Biotin | ✅ | |||||
Pantothensäure | ✅ | ✅ | ||||
Phosphor | ✅ | |||||
Zink | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ | ||
Selen | ✅ | ✅ | ||||
Kupfer | ✅ | ✅ | ✅ | |||
Kalium | ✅ | ✅ | ✅ | |||
Vitamin K1 | ✅ | |||||
Vitamin D3 | ✅ | |||||
Mangan | ✅ | |||||
Magnesium | ✅ | ✅ | ✅ | |||
Eisen | ✅ | |||||
Astaxanthin | ✅ | ✅ | ✅ |
Nägel, Haut & Haare |
Blutzucker- spiegel |
Regulierung Hormone |
Muskel- funktion |
Wasser- haushalt |
|
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Vitamin B6 | ✅ | ||||
Biotin | ✅ | ||||
Pantothensäure | ✅ | ||||
Zink | ✅ | ✅ | |||
Selen | ✅ | ✅ | |||
Chrom | ✅ | ||||
Kalium | ✅ | ✅ | |||
Vitamin D3 | ✅ |

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Welche Vitamine und Mineralstoffe sind wo enthalten?
Vitamin / Mineralstoff | In welchen Lebensmitteln enthalten? |
---|---|
Vitamin A | Mohrrüben, Kürbis, rote Paprika, Grünkohl, Spinat, Feldsalat sowie Leber(wurst), Eier und Milchprodukte |
Vitamin C | Gemüsepaprika, Schwarze Johannisbeeren, Sanddorn, Petersilie, Grünkohl, Brokkoli, Fenchel, Zitrusfrüchte, Hagebutten oder Gartenkresse |
Vitamin E | Weizenkeimöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl und Sojaöl, Nüsse, Obst, Gemüse und Brot |
Vitamin B1 (Thiamin) | Fleisch (insbesondere Schwein), Vollkornprodukte, Haferflocken, Weizenkeime, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Pinienkerne sowie einige Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Mungobohnen |
Vitamin B2 (Ribloflavin) | Milch und Milchprodukte, Vollkornprodukte, Fleisch sowie Fisch |
Vitamin B3 (Niacin) | Sardellen, Mungobohnen, Erdnüsse sowie Innereien, Thunfisch, Lachs und Makrele, mageres Rind-, Kalb- und Schweinefleisch sowie Geflügel; außerdem Pilze, Milch, Eier, Brot, Backwaren und Kartoffeln |
Vitamin B6 | Lachs, Walnüsse, Rinderleber, Avocado, Hühnerfleisch, Hering, mageres Schweinefleisch und Kartoffeln |
Folsäure (B9) | grünes Gemüse, insbesondere Blattgemüse wie Spinat und Salate, Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Sprossen, Weizenkeime und Vollkornprodukte sowie Kartoffeln, Leber und Eier |
Vitamin B12 | Blattgemüse wie Spinat oder Salat, Tomaten und Gurken, Vergorenes Gemüse wie Sauerkraut, Getreide (alle Sorten), Fleisch (alle Sorten), besonders Innereien und Leber, Fisch (frisch, tiefgekühlt und in Konserven), Milch und Käse |
Biotin | Leber, Eigelb, Haferflocken, Weizenkeimen, Nüssen, Champignons und Sojabohnen. Aber auch Tomaten, Spinat, Kartoffeln, Fisch und Getreide |
Pantothensäure | Leber, Muskelfleisch, Fisch, Milch, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte wie reife Erbsen |
Phosphor | Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Fleisch |
Zink | Fleisch, Milchprodukte und Fisch, aber auch Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Nüsse |
Selen | Hülsenfrüchte, Spargel, Brokkoli, Pilze, Weißkohl, Knoblauch, Zwiebeln und Paranüsse |
Kupfer | Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne, Kakaoerzeugnisse sowie Innereien |
Chrom | Milch- und Milchprodukten, Früchten z.B. Erdbeeren, Gemüsesorten wie Tomaten, Honig, Schokolade, Fleisch und Fleischprodukte, Fette, Öle, Backwaren, Cerealien, Fisch, Hülsenfrüchte und Gewürzen |
Kalium | Nüsse, Gemüse, Kartoffeln, Bananen und Vollkornprodukte |
Bifidobacterium bifidum | Joghurt, Milch, Dickmilch, Buttermilch, Käse, Kefir, Fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut, Miso (Soja), Kimchi (Kohl), saure Gurken, Topinambur, Fermentierte Getränke wie Kombucha. |
Lactobacillus acidophilus | Milch, Getreide, Fleisch und Fisch |
Vitamin K1 | grünes Gemüse wie Spinat oder Brokkoli und teilweise auch in Früchten |
Vitamin D3 | Sehr geringer Teil in der Nahrung: fetthaltige Fischsorten, aber auch über Pilze, Hühnereier, Avocado und Käse |
Mangan | (Vollkorn-)Getreideprodukte wie Brot, Weizenkeime, Haferflocken, Hirse oder Reis, aber auch Hülsenfrüchte, Leinsamen und Nüsse sowie grünes Blattgemüse und dunkle Beeren (Heidelbeeren, Aronia-Beeren) oder Trockenpflaumen |
Molibdän | Getreide: Buchweizen, Hafer und Vollkornmehle von Roggen und Weizen, Hülsenfrüchte: Sojabohnen, grüne Erbsen, Gemüse: Rotkohl, Knoblauch, Spinat, Schnittbohnen und Zwiebeln. |
Magnesium | Kerne und Samen wie Mandeln, Sonnenblumen- und Kürbiskerne sowie Leinsamen und Sesam |
Jod | Meeresfische und Meeresfrüchte, Seetang sowie Mineralwässer |
Eisen | Rotes Muskelfleisch oder Leber. Gute pflanzliche Eisenlieferanten sind: Hülsenfrüchte wie Linsen oder Sojabohnen; Nüsse und Samen wie Pistazien oder Sonnenblumenkerne; Gemüse und Kräuter wie Brunnenkresse, Petersilie, Zwiebeln |
Astaxanthin | Algen, Hefe, Meeresfrüchte und Fische |
Kalzium | Kuhmilch, Joghurt, Käse wie Gouda und Emmentaler, grünes Gemüse wie Blattspinat und Brokkoli sowie kalziumreiches Mineralwasser |
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Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln (inkl. Interview)
Nachteilige Wirkungen durch eine zu hohe Dosierung sind vor allem bei fettlöslichen Vitaminen (Vitamin A, D, E, K) und bei Spurenelementen wie Eisen, Selen oder Fluorid möglich. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestimmte Nahrungsergänzungsmittel nur unter ärztlicher Kontrolle einzunehmen.
Doch welche Schäden können bei einer Überdosierung auftreten? Eine Übersicht:
Vitamin D: Zu viel Vitamin D führt zu einem hohen Kalziumspiegel, was im schlimmsten Fall eine Schädigung der Niere und Herzrhythmusstörungen zur Folge haben kann.
Vitamin A: Zu viel Vitamin A führt zu Haarausfall, aufgeplatzten Lippen, trockener Haut, geschwächten Knochen, Kopfschmerzen, erhöhten Kalziumspiegel im Blut
Vitamin B3: Durch die Überdosierung kommt es zu ähnlichen Symptomen wie bei einem Mangel, also geröteter Haut, Magen-Darm-Beschwerden oder Juckreiz. Im schlimmsten Fall drohen Leberschäden.
Vitamin B6: Die Einnahme sehr hoher Dosen von Vitamin B6 kann zu Schäden in den Nerven führen, die Schmerzen und Taubheitsgefühle in Füßen und Beinen verursachen.
Vitamin E: Viele Erwachsene nehmen über eine lange Zeit relativ große Mengen von Vitamin E ein, ohne dass ein offensichtlicher Schaden eintritt. Hohe Dosen von Vitamin E können jedoch das Risiko für Blutungen erhöhen

© Privat
Um Überdosierungen zu vermeiden, hat die österreichische Firma Novogenia GmbH personalisierte Nahrungsergänzungsmittel namens Novo Daily entwickelt. Die Novo Dailies werden auf Basis von Gen- und Blutanalysen individuell auf den Nutzer abgestimmt.
Was nach viel Aufwand klingt, ist eigentlich ganz einfach: Der Kunde entnimmt zu Hause eine Speichelprobe und schickt sie zurück, wo sie direkt im Labor analysiert wird. Eine kleine Blutprobe, ebenfalls bequem zu Hause entnommen, testet auf wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Auf Basis dieser biologischen Daten und des Lebensstils wird eine personalisierte Nahrungsergänzung erstellt, die sogar den eigenen Namen trägt.
Die individuelle Nährstoffmischung kommt nach einigen Wochen in praktischen Tagesbeuteln zurück. Alle Ergebnisse werden zudem in einem persönlichen Ergebnisbericht auf über 450 Seiten zusammengefasst – inklusive wissenschaftlich fundierter individueller Ernährungspläne und weiterer wertvoller Tipps.
DEUTSCHLAND TEST hat es ausprobiert. Was auffällt: Sogar die Novo Dailies können im Einzelfall die empfohlene Tagesdosis überschreiten. Warum ist das so? Kann man dem entgegensteuern, wenn man die Nahrungsergänzungsmittel einfach unregelmäßig und nach Bedarf einnimmt? Und was ist eigentlich schlimmer: ein Mangel oder eine Überdosierung?
Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc, Gründer und CEO der Novogenia GmbH, hat Antworten auf unsere Fragen.
Interview mit Daniel Wallerstorfer: Personalisierte Nahrungsergänzungsmittel
Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc, Gründer und CEO der Novogenia GmbH, dem Unternehmen hinter der Brand NovoDaily.Er ist Molekularbiologe und promovierter Biotechnologe. Zu seinen Fachgebieten zählen insbesondere die Nutrigenetik und die Lifestyle-Genetik.

© Novogenia GmbH
Gründer und CEO der Novogenia GmbH ist Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc. Er ist Molekularbiologe und promovierter Biotechnologe. Zu seinen Fachgebieten zählen insbesondere die Nutrigenetik und die Lifestyle-Genetik. Heute gilt Dr. Wallerstorfer als einer der führenden Experten in diesen Bereichen. Neben der Leitung der Novogenia GmbH unterstützt er auch weitere namhafte Unternehmen mit seiner Expertise.
Ja, schon seit 2013 nehme ich täglich personalisierte Nahrungsergänzungsmittel ein, die jeden Stoff genau auf meinen Bedarf anpassen. Die merkbaren Effekte waren/sind weniger oft krank zu werden, mehr Energie am Tag und besserer Schlaf.
Nährstoff-Überschuss kann gleich schädlich wie ein Mangel sein. Die richtige und sichere Dosierung ist also entscheidend. Es gibt Vitamine, wo das nicht so kritisch ist. Mehr zu nehmen bringt zwar nichts, ist aber auch nicht schädlich. Andere sind schon ab der dreifachen der normalen Dosis bedenkenswert. Dazu gehören Magnesium und Vitamin A. Deshalb macht es Sinn, wenn man den Bedarf ermittelt und dann auch an Körpergewicht, Alter, Blutwerte und Genetik die richtige Dosierung auswählt. Vitamin D3 und B12 werden oft in sehr hohen Dosen eingenommen. Diese werden aber gut vertragen, aber es ist halt nicht bei allen Nährstoffen so.
Hier muss man mit den Begriffen vorsichtig sein. Folgende Begriffe sind relevant:
Nutritional Reference Value (RDA) / Recommended Daily Allowance (NRV): Die Menge, die der Staat ermittelt hat, was man täglich zu sich nehmen sollte.
Upper Safe Limit (USL): Von der EU ermittelte Höchstmengen, die man täglich einnehmen kann, bevor es ungesund wird.
Die RDA ist ein Wert, der für alle Menschen gleich angesetzt wird – unabhängig davon, ob jemand 50 Kilogramm oder 250 Kilogramm wiegt. Das zeigt: Hier wird nicht auf die individuellen Bedürfnisse geachtet und viele sind unter-/überversorgt. Was Sie auf der Packung als “300% RDA” sehen bedeutet, dass ihr Bedarf dreimal so hoch wie der Durchschnittswert ist.
Aber: Selbst mit einer extrem gesunden, nährstoffreichen Ernährung kommen Sie mit Novo Daily nicht an das kritische Upper safe Limit. Darauf wurde bei der Herstellung geachtet. Sie können NovoDaily also wie gedacht täglich einnehmen.
NovoDaily ist für die tägliche Einnahme gemacht. Es ist dementsprechend schwächer dosiert, um bei täglicher Einnahme genau die richtige Versorgung sicherzustellen. Extremdosierungen von B12 und D3 sind hingegen nur für Mangelphasen gedacht. Also einen Monat lang nehmen, um Mangel auszugleichen, und dann wieder aufhören, sonst würde es ungesund werden. Bei Grippe usw. kann man noch zusätzlich supplementieren, sonst ist Novodaily ausreichend.
Personalisierung haben Sie schon erwähnt. Dann haben wir die Kügelchen so entwickelt, dass manche Nährstoffe langsam über den Tag ausgeschüttet werden. Das simuliert den ganzen Tag, Früchte zu essen. Zusätzlich werden sich gegenseitig blockierende Stoffe zu unterschiedlichen Zeiten ausgeschüttet, um die Aufnahme zu verbessern.
In den Joghurt zu mischen, ist da sehr beliebt. Oder in kleinen Häppchen mit einem Schluck Wasser direkt schlucken. Nachdem Sie es dreimal eingenommen haben, wissen Sie, wie es geht.