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Ranking: beste Jobs in Krankenhäusern

Überstunden, Personalmangel, keine Zeit für Fortbildungen – in vielen Krankenhäusern leiden die Mitarbeiter unter der hohen Arbeitsbelastung. DEUTSCHLAND TEST wollte wissen, welche Kliniken gut aufgestellt sind.

Pflegekraft mit Mundschutz und Handschuhen

© Kim Kuperkova / Shutterstock

Es ist wahrlich kein Geheimnis, dass in deutschen Krankenhäusern nicht alles rundläuft. Seit Jahren steigt etwa der Bedarf an Arbeitskräften im Pflegebereich – und die Klinken tun sich schwer, die freien Stellen zu besetzen. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind der Fachkräftemangel – und in der Folge die Arbeitsbedingungen – noch stärker in den Fokus gerückt. Laut Statistischem Bundesamt waren Anfang letzten Jahres gut 486.000 Beschäftigte in Krankenhäusern in der Pflege tätig. Das entspricht zwar einem Zuwachs von 18 Prozent gegenüber 2010, ist aber immer noch zu wenig.

So zeigt zum Beispiel das Krankenhaus Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), dass derzeit vier von fünf Kliniken Probleme damit haben, offene Pflegestellen auf ihren Allgemein- und Intensivstationen zu besetzen. Besserung ist nicht in Sicht: Bundesweit sind laut der Klinik-Umfrage derzeit mehr als 22.000 Pflegestellen nicht besetzt – dreimal mehr als noch im Jahr 2016. Und jedes zweite Krankenhaus erwartet, dass sich die Personalsituation in den nächsten drei Jahren nochmals verschlechtert. Hinzu kommt: Ein Großteil der Krankenhäuser, etwa 60 Prozent, schreibt schon jetzt rote Zahlen. So ist es auch kein Wunder, dass das Krankenhauspersonal vielerorts unter der hohen Belastung leidet. Personalmangel, Überstunden, Stress und keine Zeit für Fortbildungen sind nicht förderlich für die Arbeitsbedingungen in den Kliniken – ganz im Gegenteil.

Stellt sich die Frage: Gibt es Krankenhäuser, in denen das besser oder gar vorbildlich läuft? Und wenn ja – welche sind das? DEUTSCHLAND TEST wollte es genauer wissen und hat das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) mit einer Studie beauftragt. Dabei kamen rund 1.900 Krankenhäuser auf den Prüfstand. Untersucht wurden jeweils der Stressfaktor und der Fortbildungsfaktor für Ärzte und Pflegepersonal (s. Methodik unten).

Methodik

Die Datenbasis für diese Studie stellen die Qualitätsberichte der Krankenhäuser dar, die jedes Jahr veröffentlicht werden müssen.

Sie informieren unter anderem über

  • die Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • das Leistungsspektrum des Krankenhauses,
  • eine besondere Geräteausstattung,
  • medizinisch-pflegerische Angebote
  • oder nicht medizinische Angebote,
  • die Qualität in 30 definierten Leistungsbereichen und die Häufigkeit von Komplikationen.

Für die Studie „Beste Jobs in Krankenhäusern“ wurden die Daten von rund 1.900 Kliniken ausgewertet (August 2022). Zur Berechnung der einzelnen Punktwerte wurden für jedes Krankenhaus zwei Werte ermittelt.

Erstens der Stressfaktor: Hier wurde die Stressbelastung der Ärzte und Pfleger ausgewertet (Quotient aus Personalbestand und zu behandelnden Fällen).

Und zweitens der Fortbildungsfaktor: Hier wurde die Möglichkeit ermittelt, an Fortbildungen teilzunehmen (Quotient aus Fortbildungen und Personalbestand).

Anschließend wurden diese beiden Werte zu einem ersten Punktwert verrechnet. Um die Vergleichbarkeit der Krankenhäuser untereinander zu erhöhen, wurden die Krankenhäuser in verschiedene Kategorien eingeteilt. Für jede dieser Kategorien wurde ein Sieger ermittelt und dieser als Benchmark für die anderen Teilnehmer verwendet. Die Methodik der Studie wurde so gewählt, dass es nicht genügt, in nur einem Punkt zu glänzen. In die Messung der Gesamt-Performance gingen die Themenbereiche Stressbelastung und Fortbildungsmöglichkeiten mit einem Gewicht von je 50 Prozent ein.

Im Detail wurden untersucht:

  • Fachärzte pro Fall,
  • Fachärzte pro Bett,
  • Pfleger pro Fall,
  • Pfleger pro Bett (jeweils 12,5 Prozent)
  • sowie Fortbildungen pro Facharzt und Fortbildungen pro Pfleger (jeweils 25 Prozent).

Die Auszeichnung „Deutschlands beste Jobs in Krankenhäusern“ wurde anhand der erreichten Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben. Die Berechnung des Punktwerts erfolgte auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Kategoriesieger erhielt 100 Punkte und setzte damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Häuser innerhalb der Kategorie. Eine Auszeichnung erhalten diejenigen Krankenhäuser, die mindestens 75 Punkte in der Gesamtwertung erreicht haben. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST.

Hinweis der Redaktion: Im Sinne einer besseren Lesbarkeit unserer Artikel verwenden wir kontextbezogen jeweils die männliche oder die weibliche Form. Sprache ist nicht neutral, nicht universal und nicht objektiv. Das ist uns bewusst. Die verkürzte Sprachform hat also ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Jede Person – unabhängig vom Geschlecht – darf und soll sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

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