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Es läuft rund: Die Großbank Santander kündigte Aktienrückkäufe an. Der Konkurrent BNP Paribas will die Dividende erhöhen. Und die UniCredit hält – trotz Übernahmeplänen für die Commerzbank – an den hohen Ausschüttungen für Aktionäre fest. Die Geldhäuser kümmern sich endlich wieder um ihre Aktionäre!
Doch heuer wird wohl der Gegenwind für die Branche zunehmen. Fachleute erwarten, dass die 2025er-Ergebnisse in der Bankenlandschaft insgesamt etwas schwächer ausfallen dürften. Politische Spannungen und die Auswirkungen der Zinswende machen den Banken schwer zu schaffen. „Die Branche muss sich auf mehr Kreditausfälle und härtere Zeiten einstellen“, erklärt offen Michael Theurer, Vorstand der Deutschen Bundesbank.
Um in unruhigen Zeiten auf Kurs zu bleiben, muss die Branche in schlanke, datengetriebene und optimierte Prozesse investieren. Technologisierung wird damit zur Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von Kreditinstituten.
Zugleich wird es im Retail Banking schwieriger, die Ansprüche der Privatkundschaft zu erfüllen: Verbraucher pochen – neben hohen Renditen – auf ein erstklassiges, kanalübergreifendes Kundenerlebnis und auf Unterstützung bei Finanzfragen. Werden diese Forderungen nicht oder schlecht erfüllt, wandert die Kundschaft ab. Oftmals zu Direktbanken oder den modernen Neobrokern.
Um „Deutschlands beliebteste Banken 2025“ im Hinblick auf ihre Beliebtheit bei den Kunden zu ermitteln, hat DEUTSCHLAND TEST mit Unterstützung der Analyse- und Beratungsgesellschaft ServiceValue ein aufwendiges Verfahren gewählt. Dabei kamen insgesamt 1.154 überregionale und regionale Geldinstitute auf den Prüfstand.
Um „Deutschlands beliebteste Banken“ zu ermitteln, haben DEUTSCHLAND TEST & FOCUS MONEY insgesamt 1.154 Banken untersucht.

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Ranking: Beliebteste Banken 2025
Topliste 2023/2024
Methodik
In dieser Kategorie riefen die Tester Daten des Portals meine-bank-vor-ort.de ab. Für jede der untersuchten Banken wurden nach Möglichkeit die Benotung, die Anzahl der Bewertungen und die Weiterempfehlungsrate notiert. Um die Qualität eines Geldhauses zu beurteilen, ermittelten die Experten aus der Note des jeweiligen Instituts Punkte und gewichteten diese mit der Anzahl der Bewertungen. Die daraus resultierenden Punktwerte wurden von den Fachleuten branchenspezifisch normiert. Die Weiterempfehlungsrate floss in branchennormierter Form in die Gesamtpunktzahl ein.
Soziales Zuhören
Mithilfe des sogenannten Social Listening werteten die Fachleute im Untersuchungszeitraum 1. Februar 2023 bis 31. Januar 2025 Online-Quellen aus, um einen fundierten Eindruck von der Kundennähe der Unternehmen zu gewinnen. Dabei unterteilten sie das Social Listening in zwei aufeinanderfolgende Stufen:
Auf der ersten Stufe (Crawling) wurden Daten aus mehreren 100 Millionen deutschsprachigen Online-Quellen (exklusive .at- und .ch-Seiten) zusammengetragen. Darunter Blogs, Webseiten, Foren, Nachrichtenseiten, Consumer-Seiten sowie sämtliche relevanten Social-Media-Kanäle. An das „Quellenset“ stellten die Tester Bedingungen: Die Domains mussten Nutzern uneingeschränkten Zugang bieten, deutschsprachig sein und eine .de-Kennung aufweisen. Nicht erfasst wurden Seiten oder Inhalte, die sich hinter einer Bezahlschranke oder in einem zugriffsgeschützten Bereich befinden.
Auf der zweiten Stufe, dem „Processing“ der Daten, wiederum teilten die Experten mittels künstlicher Intelligenz (neuronale Netze, selbstlernende Software) sowie einer Sentiment-Analyse die im Crawling gewonnenen Daten in die Kategorien positiv, neutral oder negativ auf. Der „Tonalitätssaldo“ (Differenz aus positiven und negativen Nennungen geteilt durch die Gesamtzahl der Nennungen) wurde mit der „Reichweite“ (Anzahl der Gesamtnennungen im Verhältnis zum Mittelwert der Branche) multipliziert. Je reichweitenstärker eine Bank ist, desto intensiver wirkt sich die Tonalität der Online-Nennungen aus – also ob die Kommunikation über das Institut überwiegend positiv oder negativ gefärbt ist. Die so gewichtete Reichweite wurde anschließend für die gesamte Bankenbranche normiert. Das schlechteste und das beste Unternehmen bildeten mit null respektive 100 Punkten die Eckpunkte der Benchmark. Die weiteren Wettbewerber wurden anhand ihres Punktwerts auf dieser Spanne abgetragen.
Umfassender Fragebogen
Parallel zu diesem Analyseprozess sollten die Banken einen strukturierten Online-Fragebogen ausfüllen, der insgesamt neun wichtige Themenblöcke im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit und das Produktportfolio beleuchtet. Hierzu zählten neben den vorhandenen Informations- und Servicekanälen etwa auch Informationen über Produkte und Leistungen sowie Messinstrumente zur Kundenzufriedenheit. Alle neun Blöcke wurden mit jeweils zehn Punkten gleich gewichtet, sodass die Höchstpunktzahl bei maximal 90 Punkten rangiert.
Gesamtwertung
Für die Gesamtwertung wurden die Punkte aus den drei zuvor genannten Teilbereichen zusammengeführt. Der Gesamtpunktwert ergibt sich als gewichteter Mittelwert der Punkte aus dem Bewertungsportal, dem Social Listening und dem Fragebogen. Segmentspezifisch (Autobanken, Privatbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen usw.) wurden dann die jeweiligen Gewinner ermittelt. Jener Bank, die in einem Segment am besten abschnitt, wurden 100 Punkte zugewiesen. Diese wurde dann zum Branchensieger gekürt. Mit den branchennormierten und somit finalen Punktwerten wurde ein branchenbezogener Mittelwert gebildet, der die branchenspezifische Untergrenze für eine Prämierung bildet. In diesem Jahr erhielten 318 Finanzinstitute die Auszeichnung „Deutschlands beliebteste Bank“.