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Nachhaltigste Unternehmen in Deutschland

Ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung – welche Unternehmen in Deutschland das Thema Nachhaltigkeit engagiert und erfolgreich vorantreiben und damit die Basis für die Zukunft legen.

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Wenn an der Börse von den „wertvollsten Unternehmen“ die Rede ist, geht es meistens um den Börsenwert, die sogenannte Marktkapitalisierung. Sie lässt sich leicht berechnen: Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien wird mit dem aktuellen Börsenkurs multipliziert. Heraus kommt die Summe, die man aufbringen müsste, um das Unternehmen zu kaufen. Doch der rechnerische Wert ist nur die eine Seite. Eine wertvolle Firma muss nicht automatisch groß, mächtig und teuer sein. Je nach Definition des Begriffs „wertvoll“ kann sogar das Gegenteil der Fall sein. Leistet eine Firma nicht auch einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und deren Zukunft, wenn sie sich beim Thema Nachhaltigkeit engagiert? Ist es nicht auch wertvoll, eine ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung zu übernehmen und das im Tagesgeschäft vorzuleben?

Die Studie DEUTSCHLAND TEST ist diesen Fragen nachgegangen. Gemeinsam mit dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) – und mit wissenschaftlicher Begleitung des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) – wurde untersucht, was die Firmen in Deutschland in Sachen Nachhaltigkeit tun, welche Verantwortung sie übernehmen, wie sie darüber berichten und wie tief das Thema in der Unternehmens-DNA verwurzelt ist. Die Ergebnisse zeigen: Wertvoll – so wie in dieser Studie definiert – ist nicht mit der Marktkapitalisierung gleichzusetzen. Es geht in dieser Untersuchung darum, was die Firmen für ihre Mitarbeiter und die Gesellschaft leisten. Im Verhältnis kann das bei einem kleinen Unternehmen viel mehr sein als bei einem großen.

Datenquellen

Basis der Studie „Deutschlands wertvollste Unternehmen“ waren verschiedene Datenquellen – unter anderem eine Liste der größten deutschen Unternehmen (nach Mitarbeiterzahl) sowie die Datenbank des DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex). Voraussetzung für eine Aufnahme in die Auswertung war das Vorliegen eines Nachhaltigkeitsberichts oder einer schriftlichen Stellungnahme zum Thema Nachhaltigkeit aus dem Jahr 2018 oder jünger. Sofern vorhanden, wurde jeweils die aktuelle Ausgabe in die Auswertung einbezogen (per Ende Mai 2021).

Testfelder

Als Orientierung für die Auswertung der einzelnen Berichte diente der GRI-Standard (Global Reporting Initiative). Danach wird die Berichtslegung zum Thema Nachhaltigkeit in drei Bereiche gegliedert: erstens die ökologische Verantwortung (mit den Unterkategorien Emissionsintensität, Ressourcenintensität, Müllaufkommen und Recycling, Kontrolle der Lieferkette). Zweitens die ökonomische Verantwortung (Innovationsfähigkeit, wirtschaftliche Leistung, Qualität Corporate Governance). Und drittens die soziale Verantwortung (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Qualität des Beschäftigungsverhältnisses, Abwesenheit von Diskriminierung, Produktsicherheit, Kontrolle der Lieferkette mit Blick auf soziale Aspekte). Berichte von Unternehmen, die nicht diesem Schema folgen, ließen sich dennoch anhand dieser drei Kategorien analysieren, indem die angesprochenen Themen den Feldern entsprechend zugeordnet wurden. Die Gewichtung dieser drei Testfelder lag bei jeweils 20 Prozent. Zusätzlich zu den GRI-Kategorien sind drei weitere Testfelder in die Bewertung eingeflossen: erstens die Art des Berichtstyps (ob es sich um einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht, ein Unterkapitel im Geschäftsbericht oder ein anderes Format handelt; Gewichtung zehn Prozent). Zweitens die Struktur des Berichts (ob das Unternehmen in einer eindeutigen Form zu den GRI-Themen Stellung bezieht, nur in allgemeiner und oberflächlicher Form auf diese eingeht oder keinen Bezug zu den drei Nachhaltigkeitssäulen herstellt; zehn Prozent). Und drittens die hierarchische Eingliederung des Themas Nachhaltigkeit im Unternehmen (auf welcher Ebene die Verantwortung liegt; 20 Prozent).

Auswertung

Für jedes der sechs Bewertungsfelder wurde ein Punktwert ermittelt. Diese Einzelwerte wurden anhand ihrer Gewichtung zum Gesamtpunktwert addiert. Berücksichtigt wurden zudem noch Aktualität, Umfang und Prüfungsart des Berichts. Die Auszeichnung „Deutschlands wertvollste Unternehmen“ wurde anhand der erreichten Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben. Die Berechnung des Punktwerts erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der Branchensieger erhielt 100 Punkte und setzt damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen der Branche. Eine Auszeichnung erhalten diejenigen Unternehmen, die mindestens 60 Punkte erreicht haben. Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI).

Hinweis der Redaktion: Im Sinne einer besseren Lesbarkeit unserer Artikel verwenden wir kontextbezogen jeweils die männliche oder die weibliche Form. Sprache ist nicht neutral, nicht universal und nicht objektiv. Das ist uns bewusst. Die verkürzte Sprachform hat also ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Jede Person – unabhängig vom Geschlecht – darf und soll sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

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